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Informationen zum Thema

Grundlage zur Orientierung stellen die jeweiligen Gesetze, Regeln, sowie die Informationen der DGUV und BG dar.

DGUV Vorschrift 1

Staatliche Arbeitsschutzvorschriften und Unfallverhütungsvorschriften verpflichten den Unternehmer dazu, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen ein bestimmtes Schutzziel erreicht werden soll, geben aber keine detailierten Vorgaben für diese Maßnahmen.

Als Hilfestellung zur sachgerechten Ausfüllung des ihm eröffneten Spielraums soll der Unternehmer Regeln heranziehen, die entweder von staatlich beauftragten Ausschüssen oder von den Fachbereichen der DGUV erstellt worden sind.

 

Puplikation der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft:

Gebäudereiniger

Sicher und gesund im Beruf

 

Die für den Gebäudereiniger wichtigsten Themen des Arbeitsschutzes sind komprimiert im Teil Grundlagen dargestellt.

Im Abschnitt Teilleistungen wird ein Schnellüberblick zu den möglichen Gefährdungen gegeben.

 

Grundlagen

Kapitel 12. / Bewegung

Stolpern, Rutschen, Stürzen

Es muss nicht ein Absturz sein, um hart zu landen. Bereits das Außer-Kontrolle-Geraten auf der Ebene oder der Verlust des Gleichgewichtes in geringer Höhe können schlimme Folgen haben. Unfälle ereignen sich durch Rutschen auf glatten oder verschmierten Böden, Stolpern auf unebenem oder unaufgeräumten Untergrund oder durch Sturz in Folge von Fehltritten oder mangelhaften Standplätzen aus Höhen bis zu 1m.

Die Reaktionszeit ist kurz – die Situation bekannt. Und die Folgen?  Jeder fünfte Arbeitsunfall in der gewerblichen Wirtschaft ist eine Folge von Stolpern, Rutschen, Stürzen. Die geschätzten Kosten betrieblicher Ausfallstunden betragen mehrere Mrd. EUR pro Jahr. Hinzu kommen die Kosten für die Berufsgenossenschaften in Folge dieser Unfallereignisse.

Im Gebäudereiniger-Handwerk sind 40 % der Arbeitsunfälle verursacht durch Stolpern, Rutschen, Stürzen. 25% der gesamten Unfälle bei Reinigungsarbeiten haben so schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge, dass die Betroffenen eine Unfallrente erhalten. Viel zu lange verbreitete sich der Gedanke, diese Ereignisse nicht beeinflussen zu können. Das ist falsch!  

Die Ursachen von Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen lassen sich in zwei Kategorien einteilen, nämlich in „harte“ Faktoren, die durch faktische, zum großen Teil vorhandene bauliche und technische Randbedingungen beschrieben werden können und in „weiche“  Faktoren, die versäumte Organisationspflichten, aber auch das Verhalten des Einzelnen einbeziehen.

 

Einflussfaktoren

Zu den „harten“ Einflussfaktoren zählen in erster Linie Hindernisse im Gehweg, unebene und verschmutzte Böden, unordentliche und unbekannte Umgebungssituationen und betriebliche Verhältnisse, fehlende Zugangs- und Sicherheitseinrichtungen, mangelhafte Beleuchtung von Verkehrswegen und Arbeitsplätzen, falsche Tritte und Standplätze, aber auch ungeeignetes Schuhwerk.

Die „weichen“ Faktoren sind u.a. Eile, Hast, Gewohnheit, Unachtsamkeit, mangelnde Kommunikation, Verständigungsprobleme, fehlende Aufgabenbeschreibung und Unterweisung. ……..

Gefahren werden frühzeitig erkannt und besprochen; problematische Umgebungs-situationen und fehlende Sicherheitseinrichtungen im Vorfeld mit dem Auftraggeber geklärt und die Eigenverantwortung der Beschäftigten gestärkt. Motivation erhöht die Aufmerksamkeit. Jeder Einzelne wie auch die Führungsebene leistet so seinen Beitrag zur Verhütung von Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen.

 

Teilleistungen

Kapitel 16

Allgemeine Reinigungs- und Pflegearbeiten

  • Arbeitsbereich vorab begehen
  • Ausreichende Beleuchtung
  • Sichere Tritte und Aufstiege
  • Stolperstellen beseitigen
  • Feuchtbereiche mit Schildern kennzeichnen und sichern
  • Fußschutz zur Verfügung stellen (Berufs-, Schutz- oder Sicherheitsschuh) Info: BGR 191 und Baustein C6, D101

 

BGI 659

Auszug aus dem Baustein-Merkheft

 

Arbeitsverfahren

Gebäudeinnenreinigung D 101

  • Während der Arbeit flache, fersenumschließende Schuhe mit rutschfester Sohle tragen.
  • Bei Nassreinigung gegebenenfalls wasserdichte Schutzkleidung benutzen, z.B.  Handschuhe, Schürze, Anzüge, Stiefel, Gesichtsschutz

Schuhe in der Gebäudereinigung

 

Grundlegendes zu Sicherheit und Gesundheit

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Element im betrieblichen Arbeitsschutz. Sie ist die Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. (Quelle: BAuA) - Resümierend ist aus den Ergebnissen der Beurteilung auch der notwendige Fußschutz (Schutzklasse und ergänzende Eigenschaften von Berufs- oder Sicherheitsschuhen) zu bestimmen, zu dokumentieren und gemäß den Regeln und Richtlinien in die Praxis umzusetzen. Die Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen ist zudem regelmäßig zu Überprüfen.

 

Für Mitarbeiter in der Gebäudereinigung ist bei der Schuhauswahl neben der Sicherheit (meist Ausrutschen, Umknicken, stolpern, usw...) auch der präventive Gesundheitsschutz (ergonomisches Bewegen, gerades Stehen, Schutz vor Nässe & Reinigungsmitteln, usw...)  zu berücksichtigen! Leider ist zu beobachten, daß Sicherheit und Gesundheitsschutz in Bezug auf Schuhe, noch nicht überall die verpflichtende Umsetzung der Gesetzgebung und der rechtsverbindlichen Vorschriften findet.

 

Schaft

Der Schaft des Schuhs soll für guten Halt eine Spannweitenverstellung besitzen, vorn wie hinten geschlossen sein und vor Flüssigkeiten und Nässe schützen. Ein gutes Fußklima ist ebenso gewünscht. Durch PU- oder PVC-Beschichtungen erfüllen Lederschuhe den Anspruch an bedingt wasserdichte Berufs- und Sicherheitsschuhe; - aufgrund solcher Beschichtungen und dem notwendigen Fettgehalt des Leders lassen diese aber konstruktionsbedingt auch nur wenig Feuchtigkeit aus dem Schuh wieder heraus. Besser funktionieren da Schuhe aus Mikrofasergewebe. In Verbindung mit Silbermodernes A-micro Schaftmaterialmodernes A-micro Schaftmaterialionen- oder Silbergewebe-Futter sind bei Mikrofaserschuhen gute bis sehr gute hygienische Bedingungen im Schuhinnern zu erreichen, da die verwendeten Materialien gegen die Entwicklung von Bakterien arbeiten. Das Abtrocknen von nassen oder feuchten Schuhen ist mit einem Mikrofaserschaft zudem schneller zu erreichen als bei der Verwendung von Leder.  Berufs- und Sicherheitsschuhe sind am Markt in vielen Varianten aus Microfaser erhältlich. A-micro von Abeba ist z. B. ein Schaft-Material, welches besonders wasserabweisend (hydrophob) und zugleich atmungsaktiv ist. Es ist waschbar, schrumpft beim Trocknen nicht und eignet sich besonders für den Einsatz in hygienisch sensiblen und nassen Bereichen. Microfasergewebe sind meist durchgefärbt, besonders leicht und geschmeidig, gleichzeitig aber auch reißfest und widerstandsfähig. Aufgrund der Wasserunempfindlichkeit von Microfaserschuhen können diese schnell und einfach gereinigt und wenn notwendig auch desinfiziert werden.

 

Sohle und Laufsohle

Die Sohlen von Berufs- und Sicherheitsschuhen unterscheiden sich meist durch die Verwendung von Mono- oder Zweischicht-Sohlen. Bei Mono-Sohlen ist die geschäumte, dämpfende Sohle zugleich auch die Laufsohle. Zweischicht-Sohlen besitzen eine geschäumte, dämpfungsaktive Zwischensohle und eine meist andersfarbige robuste Laufsohle. (Siehe Bilder). Grundsätzlich haben alle zertifizierten Berufs- & Sicherheitsschuhe den Nachweis einer vorhandenen Rutschhemmung (Gleitwiderstand) zu erbringen und geben im Fall eines "Falles" dem Mitarbeiter (Schuhträger) wie auch dem Arbeitgeber Rechtssicherheit gegenüber der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung). Geeignetes Schuhwerk bei Gebäudereinigern  wird von der BG in deren Publikationen gefordert! - dies gilt es stets zu beachten.

Dämpfung in der ZwischensohleDämpfung in der Zwischensohle

Mit "SRA" gekennzeichnete Schuhe wurden z.B. positiv getestet auf rutschigem Boden aus Keramikfliesen mit Natriumlaurylsulfatlösung (SLS). "SRB" gekennzeichnete Schuhe erfüllen die Rutschhemmung auf Stahlboden mit Glycerol als Gleitmittel. Sind Schuhe mit "SRC" gekennzeichnet erfüllen Sie beide der zuvor genannten Anforderungen (SRA & SRB).  Pflegeschuhe mit geschäumten PU-Mono-Sohlen (insbesondere EVA-Laufsohlen) sind kurzlebiger als Schuhe mit PU/PU oder PU/TPU Zweischicht-Sohlen. Beim Kontakt mit Säuren oder aggressiven chemischen Bodenreinigern (z.B. Entfetter wie Kalium- oder Natriumhydroxid) sind langlebige Zweischicht-Sohlen  die bessere Wahl, häufig reichen leichte Mono-PU-Sohlen den geforderten Ansprüchen ebenfalls. Neben der Verwendung von etablierten PU Materialien findet man hin und wieder auch die Materialbezeichnung EVA (Ethylen-Vinyl-Acetat). Dieses Material ist etwas leichter, bietet aber nach einiger Zeit weniger halt. Bei den in der Gebäudereinigung geforderten Ansprüchen sind EVA-Sohlen/Schuhe, ähnlich wie bei Joggingschuhen, meist schnell verschlissen und kaputt.

rutschhemmende TPU-Laufsohlerutschhemmende TPU-Laufsohle

Schuhe mit gebogenen Sohlen (Barfußtechnik) sind auf nassen Bodenflächen ungeeignet! Die Aufstandsfläche dieser Schuhe ist sehr gering, so daß ein sicheres Stehen und/oder Auftreten nicht gewährleistet ist. Bei nassen Böden neigen Schuhe mit geringer Aufstandsfläche zum schnellen Ausrutschen. Die größere Bauhöhe solcher Schuhe birgen zudem die Gefahr von Verletzungen durch Umknicken. Grundsätzlich sind Schuhe mit mäßiger Höhe und niedrigem Absatz  ratsam. Das Profil sollte so geschaffen sein, daß es leicht zu reinigen ist und  daß Verschmutzungen nicht unnötig herumgetragen werden. Eine ausreichende Fersendämpfung sind bei zertifizierten Berufs- und Sicherheitsschuhen standardmäßig enthalten.

 

Einlegesohlen

Empfehlenswert sind offenporige Einlegesohlen, welche Feuchtigkeit vom Fuß abführen können. Zudem verbessern sie die Abtrocknung eines durchfeuchteten Schuhs nach der Arbeit erheblich. Geschlossenporige Einlegesohlen aus Schaum erfüllen diese Funktion bedingt, sind aber im ersten Moment die bequemere Wahl. Bei einer notwendigen Verwendung von orthopädischen Einlegesohlen muss darauf geachtet werden, daß die vom Orthopädie-Schuhtechluftdurchlässige Einlegesohleluftdurchlässige Einlegesohleniker verwendeten Rohlinge passend zum Schuh zertifiziert sind. (siehe BGR 191) Bei der Verwendung von eigenen "fremden" Einlegesohlen kann es passieren, daß die Höhe im Schuh nicht mehr ausreicht. Im Fall von Sicherheitsschuhen sollte man wissen, daß jede Stahl-, Alu- oder Kunststoff-Schutzkappe bei Belastung gemäß der Prüfnorm nachgeben darf, soll dann aber im Ernstfall nicht den Zeh abquetschen. Des Weiteren ist damit zu rechnen, daß die statische Entladung (ESD) bei "fremden" Einlagen nicht mehr gewährleistet ist.

 

Innenfutter 

Schuhe können je nach Arbeitsplatz einer hohen Feuchtebelastung ausgesetzt sein. Diese können durch Bodenreiniger oder anderen Reinigungsflüssigkeiten verursacht werden und den Schuh von Außen wie von Innen durchfeuchten. Fantibakterielles Innenfutterantibakterielles Innenfutterür ein ordentliches Abtrocknen fehlt meist die Zeit oder die Vorhaltung eines Ersatzpaares. Moderne Innenfutter haben die Aufgabe die Feuchtigkeit zu absorbieren und vom Fuß nach außen zu transportieren. Bei der Verwendung eines atmungsaktiven Mikrofaserschaftes ist so ein schnelles Trocknen des Schuhs möglich. Bei nassen Lederschuhen ist eine Abtrocknung zeitintensiv und die Klebeverbindung zur Sohle wird zudem nachteilig beeinflusst. (Schrumpfung des Leders beim Abtrocknen verursacht Sohlenlöser) Am Fuß unterstützen regulierende Sportsocken (keine Baumwolle!!!) den Feuchtetransport und helfen den Fuß trocken zu halten. Silber-Ionisierte Innenfutter haben eine antibakterielle Wirkung und sind geruchshemmend durch Keimreduzierung. Die Steigerung dazu ist die Verwendung von eingewobenen Silberfäden im Innenfutter. Die so vorhandene physische Gegebenheit sorgt für eine permanente antimikrobielle Wirkung (katalytische Eigenschaft), die das Bakterienwachstum hemmt und aufgrund des Abbaus von resistenten organischen chemischen Verbindungen Gerüche beseitigt.

 

Empfehlung

Bei der Empfehlung eines Schuhs für den Beruf der Gebäudereiniger kommt man nicht an den Faktoren Feuchtigkeitsschutz und Rutschhemmung vorbei! - Ob eine Schutzkappe (z. B. S2 Sicherheitsschuh gem. EN 20345) zwingend notwenig ist, wird vom jeweiligen Einsatzort und den dort anzutreffenden Gefahren bestimmt. Berufsschuhe (z.B. O2 gem. EN 20347) besitzen dagegen keine Schutzkappe, bieten richtig gewählt aber als leichter und bequemer Halbschuh die im Gebäudereiniger-Handwerk notwendige Rutschhemmung für glatte, feuchte oder nasse Böden. Schaftmaterialien aus Mikrofaser gewährleisten zudem eine höhere Standzeit als Modelle aus Leder und sind unempfindlich gegenüber Nässe. - Ein idealer Schuh für den Gebäudereiniger stellt ein Berufsschuh aus Microfaser dar, welcher ausgestattet mit feuchtetransportierenden Innenfutter für ein angenehmes Schuhklima sorgt. Die notwendige Rutschhemmung und Stabilität der Laufsohle sollte abgestimmt werden auf den Einsatzort und den überwiegend anzutreffenden Bodenbeschaffenheiten. Bei den Laufsohlen ist zusätzlich auf eine mögliche Belastung durch chemische Reinigungsmittel zu achten! - Sollten Sie Bedenken haben, fragen Sie den Fachhandel oder nehmen Kontakt mit dem Hersteller auf. - Man hilft Ihnen gern.