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Informationen zum Thema

Grundlage zur Orientierung stellen die jeweiligen Gesetze, Regeln, sowie die Informationen der DGUV und BG dar.

DGUV Regel 100-001 (Vorschrift 1)

§ 2 Grundpflichten des Unternehmers

2.1.1 (1) Der Unternehmer hat die erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie für eine wirksame Erste Hilfe zu treffen. Die zu treffenden Maßnahmensind insbesondere in staatlichen Arbeitsschutzvorschriften (Anlage 1), dieser Unfallverhütungsvorschrift und in weiteren Unfallverhütungsvorschriften näher bestimmt. Die in staatlichem Recht bestimmten Maßnahmen gelten auch zum Schutz von Versicherten, die keine Beschäftigten sind.

 

2.1.2 (2) Der Unternehmer hat bei den Maßnahmen nach Absatz 1 von den allgemeinen Grundsätzen nach § 4 Arbeitsschutzgesetz auszugehen und dabei vorrangig das staatliche Regelwerk und das Regelwerk der Unfallversicherungsträger heranzuziehen.

 

2.1.5 (5) Kosten für Maßnahmen nach dieser Unfallverhütungsvorschrift und den für ihn sonst geltenden Unfallverhütungsvorschriften darf der Unternehmer nicht den Versicherten auferlegen. Die Kosten für Arbeitsschutzmaßnahmen trägt nach § 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz der Unternehmer. Zu diesen Maßnahmen gehören z. B. die Bereitstellung von persönlichen Schutzausrüstungen, deren Pflege, Wartung, Prüfung und die besondere Unterweisung, gegebenenfalls mit Übung.

 

DGUV Regel 110-002 (BGR 111)

Arbeiten in Küchenbetrieben

Für Küchenbereiche als geeignet wird Schuhwerk angesehen, wenn es insbesondere:

  • einen ausreichend festen Sitz am Fuß gewährleistet
  • im vorderen Bereich komplett geschlossen ist
  • einen Fersenhalt aufweist
  • Absätze mit ausreichend großer Auftrittsfläche und mäßiger Höhe besitzt
  • ein ausgeformtes Fußbett hat, das auch nach hoher Laufleistung die Beanspruchung in erträglichen Grenzen hält

Sofern die Gefährdungsbeurteilung nach §5 Arbeitsstättenschutzgesetz in Arbeitsbereichen Gefährdungen ermittelt wurden, hat der Unternehmer geeignete Berufsschuhe, Schutz- oder Sicherheitsschuhe zur Verfügung zu stellen; die Versicherten haben diese zu benutzen. 

Gefährdungen können z. B. entstehen durch Fette, Nässe, chemische Reinigungsmittel, Handhaben schwerer Gegenstände, Umgang mit Flurförderfahrzeugen, usw...

Ist durch betriebstechnische Maßnahmen nicht ausgeschlossen, daß die Versicherten Unfall- und Gesundheitsgefahren ausgesetzt sind, hat der Unternehmer geeignete persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen und diese in ordnungsgemäßen und hygienisch einwandfreien Zustand zu halten. Er hat auf Grund der Gefährdungsbeurteilung Fußschutz zur Verfügung zu stellen, wenn mit Fußverletzungen durch Stoßen, Einklemmen, umfallende, herabfallende oder abrollende Gegenstände, durch hineintreten in Spitze und scharfe Gegenstände oder durch heiße Stoffe, heiße oder ätzende Flüssigkeiten zu rechnen ist.

 

DGUV Regel 112-991 (BGR 191)

Beispielsammlung als Hilfestellung für die Auswahl von geeignetem Fußschutz.

Die Beispielsammlung ersetzt nicht die Gefährdungsbeurteilung. Sie gibt lediglich eine Empfehlung auf der Basis jahrelanger Erfahrung aus dem Unfallgeschehen der gewerblichen Wirtschaft wieder, in welchen Bereichen ein Sicherheitsschuh mit einer 200-J-Kappe zu tragen ist. Aus der Gefährdungsbeurteilung können sich gegebenenfalls Abweichungen von der Beispielsammlung ergeben.

 

DGUV Regel 112-991 (BGR 191)

Vorbemerkung:

Der Unternehmer kann bei Beachtung der in Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz enthaltenen Empfehlungen, insbesondere den beispielhaften Lösungsmöglichkeiten, davon ausgehen, dass er damit geeignete Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren
getroffen hat. Andere Lösungen sind möglich, wenn Sicherheit und Gesundheitsschutz in gleicher Weise gewährleistet sind. Sind zur Konkretisierung staatlicher Arbeitsschutzvorschriften von den dafür eingerichteten Ausschüssen technische Regeln ermittelt worden, sind diese vorrangig zu beachten.

 

HACCP

Seit 01.01.2006 müssen alle Lebensmittelunternehmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung ihre HACCP - Dokumentation vorlegen können.

Bei Herstellung, Behandlung, Verarbeitung, Transport, Lagerung und Verkauf von Lebensmittel sind Einflüsse auszuschalten, die eine Erkrankung des Menschen nach Verzehr eines Lebensmittel erwarten lassen.

H azard    =    Gefährdung, Gefahr für die Gesundheit

A nalysis    =    Analyse, Untersuchung der Gefährdung

C ritical    =    Kritisch, entscheidend für die Beherrschung

C ontrol    =    Lenkung, Überwachung der Bedingungen

P oints    =    Punktstelle im Verfahrensverlauf

 

Eigenkontrollsystem - HACCP - Konzept:

  • identifizieren, bewerten, kontinuierlich erfassen und beherrschen

 

EU-Zulassung für Großküchen

Die EU-Hygieneverordnung VO (EG) 852 & 853/2004 ....gilt seit Ende Dezember 2009 für Lebensmitterverarbeiter tierischer Produkte, bzw. Großküchen, die mehr als ein Drittel der gesamten Produktion an andere Betriebe abgibt. Unabhängig der Größe des Unternehmens.

Zulassungsvoraussetzungen sind alle Aspekte die Hygiene und HACCP aufgreifen. Je nach Betriebsgröße wird durch den Kreis oder das Land  z.B. geprüft:

  • Trennung reiner und unreiner Tätigkeiten
  • Hygieneschleuse
  • HACCP-System mit lfd. Kontrolle
  • Reinigung und Desinfektion
  • usw.......

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schuhe in der Küche

 

Grundlegendes zu Sicherheit und Gesundheit

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Element im betrieblichen Arbeitsschutz. Sie ist die Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. (Quelle: BAuA) - Resümierend ist aus den Ergebnissen der Beurteilung auch der notwendige Fußschutz (Schutzklasse und ergänzende Eigenschaften von Berufs- oder Sicherheitsschuhen) zu bestimmen, zu dokumentieren und gemäß ergänzender Regeln und Richtlinien (siehe u. a. Feld links) umzusetzen. Die Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen ist zudem zu überprüfen.

 

Schaft

Am Markt angebotene Küchenschuhe sind meist aus Leder- oder Mikrofaserschäften hergestellt. Durch PU- oder PVC-Beschichtungen erfüllen Lederschuhe den Anspruch, welche an bedingt wasserdichte Berufs- und Sicherheitsschuhe gestellt werden (Kennzeichnung: z.B. O2, S2, O3, S3). Aufgrund der Beschichtungen lassen sie leider aber auch nur schwer die Feuchtigkeit aus dem Schuh wieder heraus. Wasser und/oder Schweiß lassen den Schuh feucht, nass und zudem schwergewichtig werden. Die Trocknung eines nassen Lederschaftes geht immer einher mit einer gewissen "Schrumpfung" des Leders. Die Verbindung mit der Sohle kann dadurch insofern leiden, daß sich schlussendlich Sohlenlöser darauf begründen. Alternativ erhältliche  Sicherheitsschuhe aus hydrophobiertem Leder erreichen eine bessere Wasserverträglichkeit, sind aber hygienisch bedenklich. O1/S1 Berufs- & Sicherheitsschuhe (Sandalen, Velurlederschuhe, o.ä. ) sind aufgrund ihrer Wasserdurchlässigkeit bei der Verwendung in Küchen oder anderen Nassbereichen eher nicht zu empfehlen. Schuhe mit Textilschaft, oder Textileinlassungen kommen aufgrund der Sensibilität gegenüber Verschutzung nicht in Betracht.

Moderne Mikrofasermaterialen als Schaftmaterial sind heutzutage nicht mehr zu vergleichen mit Kunstledern oder ähnlichen Materialien vergangener Tage. Auf dem Markt agieren unterschiedliche Mikrofaserhersteller aus Europa und Fernost, mit "interessanten" Namen oder Markenbezeichnungen. Mikrofaserschäfte erreichen in Verbindung mit Silberionen-Futter auf Kunstgewebebasis gute hygienische BedSchaftSchaftingungen im Schuhinnern, und arbeiten somit gegen die Entwicklung von Bakterien. Das Abtrocknen nasser oder feuchter Schuhe und Füße ist mit einem Mikrofaserschaft schneller zu erreichen als bei der Verwendung von Leder. Zudem ist eine stets trockene Haut (geschlossene Poren) unempfindlicher gegenüber der Aufnahme von eindringenden Schadstoffen.  - Ausreichend stabil finden hochwertige Mikrofaser-Materialien sogar bei der Herstellung von Fußballschuhen und Moto-Cross-Stiefeln Verwendung.

A-micro ist z. B. ein neuartiges High-Tech-Material von Abeba, welches besonders wasserabweisend und zugleich atmungsaktiv ist. Es übertrifft sogar die Eigenschaften der Wasserunempfindlichkeit von hydrophobiertem Leder. A-micro ist bis 30 bzw. 60°C waschbar, ohne dabei zu schrumpfen und bietet Bakterien konstruktionsbedingt keinen Nährstoffboden zu deren Ausbreitung.  A-micro eignet sich besonders für den Einsatz in hygienisch sensiblen Bereichen. Es ist durchgefärbt, besonders leicht und geschmeidig, gleichzeitig aber sehr reißfest und widerstandsfähig. Optisch ist es Leder zum verwechseln ähnlich. Mit einer Wasserlasche versehen sind nahtarme oder gar nahtlose Halbschuhe dieser Art ideal für den Küchenbetrieb. Slipper aus A-micro sind ebenso gut geeignet.

 

Sohle

Arbeitsschuhe unterscheiden sich in der Ausführung zwischen Mono- oder Zweischicht-Sohlen. Bei Mono-Sohlen ist das geschäumte, dämpfende Sohlenmaterial zugleich Laufsohlenmaterial, Zweischicht-Sohlen besitzen dagegen eine geschäumte, dämpfungsaktive Zwischensohle und eine abriebfeste robuste Laufsohle. (Siehe Bilder). Alle zertifizierten Berufs- und Sicherheitsschuhe haben den Nachweis einer vorhandenen Rutschhemmung (Gleitwiderstand) zu erbringen (EN ISO 20344-20347:2012). Mit "SRA" gekennzeichnete Schuhe wurden positiv getestet auf Boden aus Keramikfliesen mit Natriumlaurylsulfatlösung (SLS), "SRB" gekennzeichnete Schuhe erfüllen die Rutschhemmung auf Stahlboden mit Glycerol als Gleitmittel. Sind Schuhe mit "SRC" gekennzeichnet erfüllen sie Beide der zuvor genannten Anforderungen gleichermaßen (SRA & SRB). 

Küchenschuhe mit Mono-Sohlen leiden und altern im Küchenbetrieb mehr und schneller als Schuhe mit Zweischicht-Sohlen! Mono-Sohlen erfüllen problemlos die geforderten Eigenschaften welche an Berufs- & Sicherheitsschuhe gestellt werden, neigen jedoch dazu, empfindlicher auf äußere Einflüssezu reagieren.dämpfende, langlebige PU-Zwischensohledämpfende, langlebige PU-ZwischensohleAufgrund Ihrer geschäumten Struktur und der geringen Dichte ist bei rutschhemmenden R-Böden zudem ein erhöhter Abrieb (Verschleiß) zu erwarten. Beim Einsatz von aggressiven Küchenreinigern (chemischen Bodenreinigern) z.B. Entfetter wie Kalium- oder Natriumhydroxid, werden den Sohlen notwendige Weichmacher entzogen, spröde und schneller alternde Laufsohlen zeugen davon. Der mögliche Verbleib von ungesunden Substanzen (Chemie) im Schuh ist ebenso zu betrachten.

Bei Küchenschuhen mit Zweischicht-Sohlen wird die dämpfende und schockabsorbierende Zwischensohle durch eine Laufsohle ergänzt. Die Eigenschaft der Laufsohle kann idealerweise an dem Anspruch des Arbeitsumfeldes angepasst werden. Laufsohlen Materialien wie: PU, TPU (Thermoplastisches Polyurethan), Nitril, Gummi, usw... unterscheiden sich in Ihrer Beständigkeit und Abriebfeste, die gewählten Sohlen-Profile entscheiden zudem auch über Rutschhemmung und/oder Wasserverdrängung. Idealerweise wird die Laufsohle, bzw. der damit ausgestattete Schuh, passend zu den Bodenverhältnissen und den äußeren Einflüssen am Arbeitsplatz gewählt. Die Laufsohle der Zweischicht-Sohlen hält alleine durch ihre höhere Dichte chemischen Reinigern weit besser Stand als Mono-Sohlen. Sprechen Sie bei auftretenden Problemen stets mit einem fachkundigen Ansprechpartner darüber.

 

Laufsohle

Neben den zuvor geschilderten Sohlenmaterialien sollten auch die Profile der Laufsohlen näher betrachtet werden. Die Gestaltung des Profils hat Einfluss auf die Funktion und die Hygiene eines Küchenschuhs. Schuhe mit guter Rutschhemmung lassen sich durch Laufsohlen mit Lamellenprofil realisieren, oder man nutzt modernes "klebriges" Laufsohlenmaterial. Leider setzen Verschmutzungen "Lamellensohlen" im Küchenbetrieb zu, so daß Verunreinigungen herumgetragen werden. Zudem sind eingetretene Verschmutzungen nur schwer zu entfernen und sind auf Dauer hygienisch bedenklich (HACCP-Gedanke).

Laufsohlen mit hohem Negativanteil lassen Bodenverunreinigungen links liegen und nehmen Verunreinigungen weniger auf. Sie sind bauartbedingt leichter zu reinigen und damit hygienisch gesehen im Vorteil. Laufsohle aus TPU (Lösungsmöglichkeit für Epoxidharzböden)Laufsohle aus TPU (Lösungsmöglichkeit für Epoxidharzböden) Im Vergleich zu Sohlen mit dichter und enger Lamellenstruktur gelingt bei einem Schuh mit viel Laufsohlen-Negativanteil das Drehen auf dem Fußballen und der Ferse leichter und belastet dadurch das Knie weitaus weniger. (Reduzierung der Torsionskräfte).

Bei der Wahl der zum Küchenboden passenden Rutschhemmung wird empfohlen unterschiedliche Küchenschuhe und deren Laufsohlenmaterialien zu testen. Grundsätzlich erfüllen alle zertifizierten Berufs- & Sicherheitsschuhe die Anforderungen hinsichtlich des geforderten "Gleitwiderstandes" nach Norm, oft ist aber der lokale Anspruch an die Rutschhemmung individuell und wird somit durch den Normtest nicht realitätsnah beantwortet. Lösungen bei unterschiedlichsten Böden mit verschiedensten Verunreinigungen sind nur mittels Tests im Einzellfall objektiv zu ermitteln. - D.h. bei der Beschaffung von neuen Schuhen für die Küchen-Belegschaft sollte stets ein Eignungstest mit einigen Mitarbeitern vorab durchgeführt werden. 

 

Einlegesohlen

Empfehlenswert sind offenporige Einlegesohlen, welche verschwitzten Schuhen ein Abtrocknen erleichtert. Geschlossenporige Einlegesohlen aus Schaum erfüllen diese Funktion nur sehluftdurchlässige Einlegesohleluftdurchlässige Einlegesohler bedingt, sind aber im ersten Moment die bequemere Wahl. Bei einer notwendigen Verwendung von orthopädischen Einlegesohlen muss darauf geachtet werden, daß die vom Orthopädie-Schuhtechniker verwendeten Rohlinge passend zum Schuh zertifiziert sind. (siehe DGUV Regel 112-191 / BGR 191) Bei der Verwendung von eigenen "Markenfremden" Einlegesohlen kann es passieren, daß die Bauhöhe den notwendigen ausreichenden Platz unter der Schutzkappe nicht mehr bietet. Dazu sollte man wissen, daß jede Schutzkappe bei Belastung gemäß der Prüfnorm nachgeben darf; - dies soll dann aber im Ernstfall nicht den Zeh ein- oder abquetschen. Desweiteren ist damit zu rechnen, daß die elektrostatische Entladung bei "fremden" Einlagen nicht mehr gewährleistet ist.

 

Innenfutter 

Küchenschuhe sind grundsätzlich einer hohen Feuchtebelastung ausgesetzt. Diese können durch Wasser (z.B. Spülküche) und/oder Körperschweiß verursacht werden und den Schuh von außen wie von Innen durchfeuchten. Für ein ordentliches Abtrocknen fehlt meist die Zeit oder die Vorhaltung eines Ersatzpaares. Moderne Innenfutter haben die Aufgabe die Feuchtigkeit zu absorbieren und vom Fuß nach außen zu transportieren. Bei der Verwendung eines atmungsaktiven Mikrofaserschaftes ist ein schnelles Trocknen des Schuhs möglich. Bei nassen Lederschuhen ist eine Abtrocknung zeitintensiv und die Klebeverbindung zur Sohle wird zudem nachteilig beeinflusst. (Schrumpfung des Leders beim Abtrocknen) InnenfutterInnenfutterAm Fuß unterstützen regulierende Sportsocken (keine Baumwolle!!!) den Feuchtetransport und helfen den Fuß trocken zu halten. Die Körperwärme kann die Abtrocknung zudem unterstützen. Silber-Ionisierte Innenfutter haben eine antibakterielle Wirkung und sind geruchshemmend. Die Steigerung dazu ist die Verwendung von eingewobenen Silberfäden im Innenfutter. Die so vorhandene physische Gegebenheit sorgt für eine permanente antimikrobielle Wirkung (katalytische Eigenschaft), die das Bakterienwachstum hemmt und aufgrund des Abbaus von resistenten organischen chemischen Verbindungen Gerüche beseitigt oder gar nicht erst entstehen lässt. Auf das Vorhandensein eines zusätzlichen verschleißarmen Fersenfutters ist bei der Beschaffung zudem zu achten.

 

HACCP

"HACCP-gerechte" Schuhe werden aus vielen unterschiedlichen Werkstoffen hergestellt, welche Bakterien möglichst keinen Nährstoffboden zur Entwicklung geben. Sie empfehlen sich dadurch für den Küchenbetrieb mit HACCP-Konzeption. Schuhwerkstoffe wie Leder, Kork, Baumwolle oder Holz  bieten Bakterien einen Nährstoffboden um sich im feuchten Schuhklima dann dort leicht zu entwickeln. Organische Materialien empfehlen sich daher nicht! Für Arbeitsbereiche mit HACCP-Anspruch (Beherrschung der Gefahren im Umgang mit Lebensmitteln) sind Berufs- und/oder Sicherheitsschuhe aus modernen Mikrofaser die beste Wahl. Es ist darauf zu achten, daß "HACCP-gerechte" Mikrofaserschuhe von einem unabhängigen Prüfinstitut mikrobiologisch untersucht worden sind. (z.B. Prüfung nach Baumgart) und ein "Hygiene-Nachweis" erbracht wurde. Die Verwendung von Berufs- oder Sicherheitsschuhen allein aus Kunststoff-Schaftmaterialien reicht aufgrund der Komplexität des Hygiene- und/oder Gesundheitsanspruches nicht aus.

 

Fußböden

Die allgemeine Forderung der Arbeitsstättenverordnung nach rutschhemmenden Fußböden bedarf der Konkretisierung. Aus den Erfahrungen der Unfallversicherungsträger (BG) werden Fußböden betrachtet, auf denen sich Unfälle durch Ausrutschen ereignen. Gleitfördernde Stoffe wie z.B. Fett, Öl, Wasser, Moderner Küchenboden mit Epoxidharz-AnteilenModerner Küchenboden mit Epoxidharz-AnteilenLebensmittel, Speisereste, Staub, Mehl, Pflanzenabfälle, usw... erhöhen die Rutschgefahr am jeweiligen Arbeitsbereich. Auf Grund der Bewertung der unterschiedlichen Rutschgefahren werden die Forderungen an die Rutschhemmung der Fußböden gestellt. In der DGUV Regel 108-003 (bisher: BGR 181) wird auf die geforderte Rutschhemmung von Fußböden in Küchen eingegangen. Mit den Bezeichnungen R9, R10,...R13 werden Böden und deren Reibwert klassifiziert. Für Großküchen der Gemeinschaftsverpflegung, bei größeren gastronomischen Küchen, in Küchen des Fast-Food Gewerbes, sowie im Imbissbetrieb wird zum Beispiel der Boden mit der zweithöchsten Rutschhemmung (R12) gefordert! Chemie-Essenz eines Bodenreinigers (zusammengeschoben nach dem Abtrocknen)Chemie-Essenz eines Bodenreinigers (zusammengeschoben nach dem Abtrocknen)Die Reinigung der Böden, wie auch der Verdrängungsraum der Bodenoberfläche wird in der DGUV Regel 108-003 (BGR 181) ebenso betrachtet. Passende Berufsschuhe zum passenden Boden, mit zusätzlich auf die Schuhe einflussnehmenden Faktoren, sind stets in der Gesamtheit zu betrachten! Eine Empfehlung für funktionierendes rutschhemmendes Schuhwerk kann nur nach Kenntnis der Örtlichkeit und dann auch nur unter Vorbehalt ausgesprochen werden. Tests zugelassener Schuhe mit unterschiedlichen Sohlen sind für eine vorrausschauende Schuhwahl stets der richtige Ansatz zur Lösungsfindung. Die Standzeiten der Schuhe sind dagegen abhängig vom Körpergewicht des Mitarbeiters, der anzutreffenden Bodenrauheit, Gitterroste, und besonders der großen "Unbekannten", wie die Beeinträchtigung durch aggressive chemische Bodenreiniger/Reinigungsmittel.

 

Empfehlung

Die Empfehlung zum richtigen Küchenschuh verlangt nach vorheriger Betrachtung der oben genannten Themen. Zudem sind die Rechtsvorschriften (Gefährdungsbeurteilung) und Regeln immer zugrunde zu legen. Laut DGUV 110-002 (BGR 111) wird ein flacher Clog (OB) mit feststehenden Fersenriemchen und geprüfter Rutschhemmung (mind. SRA oder SRB) als geeignet angesehen, sofern die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes keinen höheren Anspruch an die Sicherheit oder Gesundheit beim Schuhwerk fordert!

Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Sicherheit, und vor allem die Gesundheit am "Arbeitsplatz Küche", oft vernachlässigt wird. Häufig wird mit unpassendem Schuhwerk gearbeitet! - Sofern nicht explizit gefordert kann ein halbhoher geschlossener Küchenschuh (O2 Berufsschuh mit Rutschhemmung) eine Lösung sein. Mit zusätzlichem Zehenschutz wird dieser dann als S2 Sicherheitsschuh bezeichnet.  Eine sich über Küchenschuhe ergießende siedende Flüssigkeit stellt dann, wie auch herabfallende Gegenstände, eine geringere Gefahr der Füße dar! Offene Clogs können bauartbedingt einen solchen Schutz natürlich nicht bieten.

Die DGUV Regel 112-991 (BGR 191) zeigt mit Beispielen unterschiedlicher Berufsgenossenschaften dies etwas genauer auf! Beim Arbeiten in Großküchen werden S1/S2 Sicherheitsschuhe aus Sicherheitsgründen bereits durch die BG empfohlen! Wird ein Schutz vor Feuchtigkeit zudem benötigt ist ein bedingt wasserdichter S2 Schuh unvermeidbar, am besten aus Mikrofasergewebe.

Bei der Betrachtung eines HACCP Konzeptes sollte der Schaft des Halbschuhes aus Mikrofaser und mit einem zusätzlichen silberveredelten Innenfutter versehen sein. Das richtige Zusammenspiel aller am Schuh verarbeiteten Materialien steht dabei im Vordergrund der Betrachtung. Alleine Microfaser als Schaftmaterial reicht leider nicht aus.

Eine Zweischicht-Sohle bietet einen hohen Schutz gegen grob abrasive Böden (R13) und aggressive chemische Reiniger, Lösemittel oder tierische Fette und Öle. Die Standzeit von Schuhen mit Zweischicht-Sohlen ist höher und wirtschaftlicher als bei Schuhen mit einer Mono-Sohle. Die gewünschte Güte der Rutschhemmung ist jedoch stets in der Gesamtheit der einflussnehmenden Faktoren zu berücksichtigen. Erfahrungen zeigen, daß auf Fliesenböden die bewährte Mono-PU-Sohle die besseren Ergebnisse hinsichtlich benötigter Rutschhemmung erreicht!

Berufs- oder Sicherheitsschuh mit Mono-PU-Sohle - etabliert auf Fliesenböden im KüchenbereichBerufs- oder Sicherheitsschuh mit Mono-PU-Sohle - etabliert auf Fliesenböden im Küchenbereich

Ein S2 Sicherheitsschuh mit Microfaserschaft und geeigneter Rutschhemmung ist für die Großküche  der richtige Ansatz und verhindert lt. DGUV/BGR Regel eine fahrlässige Betrachtung des Arbeitgebers. Bei der Auswahl sollten grundsätzlich verschiedene Modelle bezüglich Größe, Sitz und Bequemlichkeit, wie auch der Rutschhemmung, probiert werden! Schließlich haben unsere Füße eine "tragende" Rolle!