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Informationen zum Thema

Grundlage zur Orientierung stellen die jeweiligen Gesetze, Regeln, sowie die Informationen der DGUV und BG dar.

Rechtliche Grundlagen

Es gibt verschiedene rechtliche Grundlagen, die festlegen, was zur Prävention erforderlich ist. Das sind zum Beispiel:

  • das Arbeitsschutzgesetz und
  • die DGUV Regel 100-001 - Grundsätze der Prävention, wo die Schutzziele formuliert sind
  • viele DGUV / BGR Regeln (BGR) und Informationen (BGI), die Lösungsvorschläge anbieten

DGUV Regel 100-001 (Vorschrift 1)

§ 2 Grundpflichten des Unternehmers

2.1.1 (1) Der Unternehmer hat die erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie für eine wirksame Erste Hilfe zu treffen.

2.1.5 (5) Kosten für Maßnahmen nach dieser Unfallverhütungsvorschrift und den für ihn sonst geltenden Unfallverhütungsvorschriften darf der Unternehmer nicht den Versicherten auferlegen. Die Kosten für Arbeitsschutzmaßnahmen trägt nach § 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz der Unternehmer.

 

BGW Info

BGW: Kriterien für sichere Arbeitsschuhe im Pflegeberuf

  • ein vorn geschlossener Schuh
  • eine geschlossene, feste Fersenkappe
  • eine gut profilierte, großfl. Auftrittsohle die rutschhemmend wirken muss
  • eine regulierbare Spannweite
  • ein bequemes Fußbett
  • eine dämpfende Sohle
  • ein flacher Absatz
  • ein gutes Klima für den Fuß

"Und die so beliebten Crocs und Birkenstocks? Sie vereinbaren fast alle der genannten negativen Eigenschaften und sind als Arbeitsschuhe in der Pflege definitiv nicht geeignet." (Wortlaut BGW, Info: Gut zu Fuß im Pflegeberuf)

 

Wer sorgt für eine wirksame Umsetzung der rechtlichen Vorgaben?  (lt. BGW Bez.st. Köln)

Der Unternehmer ist unmittelbar rechtlich verantwortlich für die Durchführung von Arbeitsschutzmaßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren (BGB, ArbSchG, BGV A1(DGVU-Regel 100-001)

Die Führungskräfte haben in ihrem Bereich im Rahmen ihrer Vorgesetztenfunktion (Führungspflicht) für die Einhaltung der sich aus Gesetzen, Verordnungen und Unfallverhütungsvorschriften ergebenen Pflichten für den Arbeitsschutz zu sorgen.

Die Versicherten haben nach ihren Möglichkeiten alle Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zu unterstützen und die entsprechenden Anweisungen des Unternehmers zu befolgen.

Die Beschäftigten haben für die Personen Sorge zu tragen, die von ihren Handlungen oder Unterlassungen bei der Arbeit betroffen sind.

 

Die Auswertung von Unfallanzeigen von Pflegekräften ergibt einen besonderen Schwerpunkt bei Sturzunfällen. Eine große Anzahl dieser Unfälle entsteht durch Ausrutschen oder Stolpern beim Gehen. Die Ursachen sind mannigfaltig: Beschaffenheit und Zustand des Fußbodens, die Form des Schuhwerks oder die Gestaltung der Laufsohle.

Die Frage, die sich also stellt ist:

Welchen Gefährdungen genau sind Füße in der Pflege ausgesetzt und wie muss der optimale und sichere Berufsschuh beschaffen sein?

 

ergänzende Informationen finden sie auch unter: www.krankenhaushygiene.de Hygiene-Tipp der DGKH 10/2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schuhe im Pflegeberuf und Krankenhaus (keine OP-Schuhe)

 

Grundlegendes zu Sicherheit und Gesundheit im Pflegeberuf

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Element im betrieblichen Arbeitsschutz. Sie ist die Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. (Quelle: BAuA) - Resümierend ist aus den Ergebnissen der Beurteilung auch der notwendige Fußschutz (Schutzklasse und ergänzende Eigenschaften von Berufs- oder Sicherheitsschuhen) zu bestimmen, zu dokumentieren und gemäß den Regeln und Richtlinien in die Praxis umzusetzen. Die Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen ist zudem zu Überprüfen.

Grundsätzlich ist im Pflegeberuf neben der Sicherheit (Ausrutschen, Umknicken, stolpern, usw...) auch der Gesundheitsschutz (ergonomisches Bewegen, gerades Stehen, Nässe, Bakterien, usw...) der Mitarbeiter seitens des Arbeitgebers zu betrachten und präventiv zu berücksichtigen! (siehe auch die BG-Informationen links zur Umsetzung der rechtlichen Vorgaben) Es ist leider zu beobachten, daß der Gesundheitsschutz in Bezug auf Arbeitsschuhe im Krankenhaus nicht die geforderte Umsetzung findet, wie es zum Beispiel bei der Beherrschung von Gefahren im Umgang mit Lebensmitteln der Fall ist. Die Anforderungen an die Gefahrenminimierung (Hygieneanspruch) als Grundlage für die gleichbleibende Qualität eines Nahrungsmittels wird somit besser überwacht (HACCP, IFS) als die Sicherheit und Gesundheit von Mitarbeitern und Patienten im Krankenhaus. -wie lang noch?

 

Schaft

Nach den Kriterien der BGW ist der geeignete Schuh für den Pflegeberuf ein fester Halbschuh aus üblichem Schaftmaterial. Der Schaft des Schuhs soll für guten Sitz eine Spannweitenverstellung besitzen, vorn wie hinten geschlossen sein und vor Flüssigkeiten und Nässe schützen. Ein gutes Fußklima ist ebenso gewünscht. Durch PU- oder PVC-Beschichtungen erfüllen Lederschuhe den Anspruch an bedingt wasserdichte Berufsschuhe; - aufgrund solch notwendiger Beschichtungen und dem Fettgehalt des Leders lassen diese dann aber konstruktionsbedingt nur wenig Feuchtigkeit aus dem Schuh wieder heraus. Besser funktionieren da Schuhe aus Mikrofasergewebe. In Verbindung mit Silbermodernes A-micro Schaftmaterialmodernes A-micro Schaftmaterialionen-Futter sind bei Mikrofaserschuhen gute hygienische Bedingungen im Schuhinnern zu erreichen, da die verwendeten Materialien gegen die Entwicklung von Bakterien arbeiten. Das Abtrocknen von nassen oder feuchten Schuhen ist mit einem Mikrofaserschaft zudem schneller zu erreichen als bei der Verwendung von Leder.  A-micro von Abeba ist z. B. ein neues Schaft-Material, welches besonders wasserabweisend (hydrophob) und zugleich atmungsaktiv ist. Es ist waschbar, schrumpft beim Trocknen nicht und eignet sich besonders für den Einsatz in hygienisch sensiblen Bereichen. Microfasergewebe sind meist durchgefärbt, besonders leicht und geschmeidig, gleichzeitig aber auch reißfest und widerstandsfähig. Aufgrund der Wasserunempfindlichkeit von Microfaserschuhen können diese nach Verunreinigungen schnell und einfach gereinigt und desinfiziert werden.

 

Sohle und Laufsohle

Die Sohlen von Pflegeschuhen (wir betrachten hier zertifizierte Berufsschuhe mit nachgewiesener Rutschhemmung) unterscheiden sich meist durch die Verwendung von Mono- oder Zweischicht-Sohlen. Bei Mono-Sohlen ist die geschäumte, dämpfende Sohle zugleich auch die Laufsohle. Zweischicht-Sohlen besitzen eine geschäumte, dämpfungsaktive Zwischensohle und eine meist andersfarbige robuste Laufsohle. (Siehe Bilder). Grundsätzlich haben alle zertifizierten Berufsschuhe den Nachweis einer vorhandenen Rutschhemmung (Gleitwiderstand) zu erbringen und geben im Fall eines "Falles" der Pflegekraft (Schuhträger) wie auch dem Arbeitgeber Rechtssicherheit gegenüber der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung). Die Wirksamkeit der Rutschhemmung z.B. beim Schuh im Pflegeberuf  wird von der BG in deren Publikationen gefordert! - dies gilt es stets zu beachten.

Dämpfung in der ZwischensohleDämpfung in der Zwischensohle

Mit "SRA" gekennzeichnete Schuhe wurden z.B. positiv getestet auf rutschigem Boden aus Keramikfliesen mit Natriumlaurylsulfatlösung (SLS). "SRB" gekennzeichnete Schuhe erfüllen die Rutschhemmung auf Stahlboden mit Glycerol als Gleitmittel. Sind Schuhe mit "SRC" gekennzeichnet erfüllen Sie beide der zuvor genannten Anforderungen (SRA & SRB).  Pflegeschuhe mit geschäumten PU-Mono-Sohlen (insbesondere EVA-Laufsohlen) sind kurzlebiger als Schuhe mit PU/PU oder PU/TPU Zweischicht-Sohlen. Beim Kontakt mit Säuren oder aggressiven chemischen Bodenreinigern (z.B. Entfetter wie Kalium- oder Natriumhydroxid) sind langlebige Zweischicht-Sohlen immer die bessere Wahl, größtenteils aber reichen leichte Mono-PU-Sohlen den geforderten Ansprüchen im Pflegeberuf ebenfalls. Neben der Verwendung von etablierten PU Materialien findet man hin und wieder auch die Materialbezeichnung EVA (Ethylen-Vinyl-Acetat). Dieses Material ist etwas leichter, bietet aber nach einiger Zeit weniger halt. Bei den im Pflegeberuf geforderten Ansprüchen werden EVA-Sohlen/Schuhe, ähnlich wie bei Joggingschuhen, meist schnell kaputtgelaufen.

rutschhemmende TPU-Laufsohlerutschhemmende TPU-Laufsohle

Vergessen wir nicht, eine Krankenschwester oder Pflegekraft hat doch viele Kilometer täglich zu bewältigen. Bekannt ist dieses Material z.B. durch die Verwendung in geschäumten Clogs aus Fernost. In mehrerer Hinsicht wurde EVA  auch als Umweltbedenklich bezeichnet. Sohlen aus Korkmaterialien werden seitens des Versicherungsträgers (BGW) als ungeeignet bewertet, die Sohlen-Dämpfung dieser "Pflegeschuhe" reduziert sich beim Tragen der Schuhe und Clogs schon nach kurzer Zeit erheblich. Schuhe mit gebogenen Sohlen (Barfußtechnik) sind ebenso laut BGW ungeeignet. Die Aufstandsfläche dieser Schuhe ist sehr gering, so daß ein sicheres Stehen und ein rückenschonendes Heben beim Transfer oder der Mobilisation nicht gewährleistet ist. Bei nassen Böden neigen Schuhe mit geringer Aufstandsfläche zum schnellen Ausrutschen. Die Bauhöhe solcher Schuhe birgen zudem die Gefahr von Verletzungen beim Umknicken. Grundsätzlich sind Schuhe mit mäßiger Höhe und niedrigem Absatz  ratsam. Das Profil sollte so geschaffen sein, daß es leicht zu reinigen ist und  daß Verschmutzungen nicht unnötig herumgetragen werden.

 

Einlegesohlen

Empfehlenswert sind offenporige Einlegesohlen, welche Feuchtigkeit vom Fuß abführen können. Zudem verbessern sie die Abtrocknung eines durchfeuchteten Schuhs nach der Arbeit erheblich. Geschlossenporige Einlegesohlen aus Schaum erfüllen diese Funktion nur sehr bedingt, sind aber im ersten Moment die bequemere Wahl. Bei einer notwendigen Verwendung von orthopädischen Einlegesohlen muss darauf geachtet werden, daß die vom Orthopädie-Schuhtechluftdurchlässige Einlegesohleluftdurchlässige Einlegesohleniker verwendeten Rohlinge passend zum Schuh zertifiziert sind. (siehe BGR 191) Bei der Verwendung von eigenen "fremden" Einlegesohlen kann es passieren, daß die Bauhöhe den notwendigen ausreichenden Platz unter der Schutzkappe nicht mehr bietet. Dazu sollte man wissen, daß jede Stahl-, Alu- oder Kunststoff-Schutzkappe bei Belastung gemäß der Prüfnorm nachgeben darf, soll dann aber im Ernstfall nicht den Zeh abquetschen. Des Weiteren ist damit zu rechnen, daß die statische Entladung (ESD) bei "fremden" Einlagen nicht mehr gewährleistet ist.

 

Innenfutter 

Schuhe im Pflegeberuf können je nach Arbeitsplatz einer hohen Feuchtebelastung ausgesetzt sein. Diese können durch Wasser (Dusch oder Badewasser) sowie in Einzelfällen auch durch Körperflüssigkeiten verursacht werden und den Schuh von außen wie von Innen durchfeuchten. Fantibakterielles Innenfutterantibakterielles Innenfutterür ein ordentliches Abtrocknen fehlt meist die Zeit oder die Vorhaltung eines Ersatzpaares. Moderne Innenfutter haben die Aufgabe die Feuchtigkeit zu absorbieren und vom Fuß nach außen zu transportieren. Bei der Verwendung eines atmungsaktiven Mikrofaserschaftes ist so ein schnelles Trocknen des Schuhs möglich. Bei nassen Lederschuhen ist eine Abtrocknung zeitintensiv und die Klebeverbindung zur Sohle wird zudem nachteilig beeinflusst. (Schrumpfung des Leders beim Abtrocknen) Am Fuß unterstützen regulierende Sportsocken (keine Baumwolle!!!) den Feuchtetransport und helfen den Fuß trocken zu halten. Die Körperwärme kann die Abtrocknung zudem unterstützen. Silber-Ionisierte Innenfutter haben eine antibakterielle Wirkung und sind nach Norm geruchshemmend durch Keimreduzierung. Die Steigerung dazu ist die Verwendung von eingewobenen Silberfäden im Innenfutter. Die so vorhandene physische Gegebenheit sorgt für eine permanente antimikrobielle Wirkung (katalytische Eigenschaft), die das Bakterienwachstum hemmt und aufgrund des Abbaus von resistenten organischen chemischen Verbindungen Gerüche beseitigt.

 

Empfehlung

Bei der Empfehlung eines ordentlichen Schuhs für den Pflegeberuf kommt man normalerweise nicht an den geforderten Kriterien der Berufsgenossenschaft für Gesundheit- und Wohlfahrtspflege (BGW) vorbei. Gefordert werden geschlossene Halbschuhe, welche ausreichend Standsicherheit gewährleisten, insbesondere zudem rutschhemmend wirken (Nachweis durch SRA / SRB / SRC) und in Verbindung mit den richtigen Socken ein gesundes und hygienisches Fußklima ermöglichen. Um der Feuchtigkeit (Schweiß oder Wasser) aus dem Schuh zu verhelfen ist die Verwendung von Funktionssocken fast schon Bedingung. Es hilft darauf zu achten, daß die Socken möglichst wenig oder besser keine Baumwolle enthalten. Die meisten Berufsschuhe besitzen bereits Innenfutter, welche die Feuchtigkeit weiter nach außen transportiert. Ein offenporiges Microfasergewebe als Schaftmaterial unterstützt den Gedanken des gesunden Fußklimas zudem noch besser als PU-beschichtetes Leder. Bedenke! -Nässe und Feuchte entziehen dem Körper Wärme! Als O2-Berufsschuh oder S2-Sicherheitsschuh sind diese neben dem Nachweis der Rutschhemmung bedingt wasserdicht und beim Duschen von Patienten von großem Mehrwert. - Clogs jeglicher Art, oder auch Schuhe mit der sogenannten "Barfußtechnik" sind lt.BGW eh tabu!