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Schuhe in der Gebäudereinigung

 

Grundlegendes zu Sicherheit und Gesundheit

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Element im betrieblichen Arbeitsschutz. Sie ist die Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. (Quelle: BAuA) - Resümierend ist aus den Ergebnissen der Beurteilung auch der notwendige Fußschutz (Schutzklasse und ergänzende Eigenschaften von Berufs- oder Sicherheitsschuhen) zu bestimmen, zu dokumentieren und gemäß den Regeln und Richtlinien in die Praxis umzusetzen. Die Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen ist zudem regelmäßig zu Überprüfen.

Für Mitarbeiter in der Gebäudereinigung ist bei der Schuhauswahl neben der Sicherheit (meist Ausrutschen, Umknicken, stolpern, usw...) auch der präventive Gesundheitsschutz (ergonomisches Bewegen, gerades Stehen, Schutz vor Nässe & Reinigungsmitteln, usw...)  zu berücksichtigen! Leider ist zu beobachten, daß Sicherheit und Gesundheitsschutz in Bezug auf Schuhe, noch nicht überall die verpflichtende Umsetzung der Gesetzgebung und der rechtsverbindlichen Vorschriften findet.

 

Schaft

Der Schaft des Schuhs soll für guten Halt eine Spannweitenverstellung besitzen, vorn wie hinten geschlossen sein und vor Flüssigkeiten und Nässe schützen. Ein gutes Fußklima ist ebenso gewünscht. Durch PU- oder PVC-Beschichtungen erfüllen Berufs- & Sicherheitsschuhe den Norm-Anspruch an die bedingte "Wasserdichte". Aufgrund genannter Beschichtungen lassen solche Schuhe aber konstruktionsbedingt auch nur wenig Feuchtigkeit aus dem Schuh wieder heraus. Das Abtrocknen von nassen oder feuchten Schuhen ist mit einem Mikrofaserschaft schneller zu erreichen als bei der Verwendung von Leder.  Sind Lederschuhe gewünscht, ist darauf zu achten, daß diese für die Anwendung in/an der Nässe entsprechend vorbehandelt sind. Aufgrund der stets gegebenen Wasserunempfindlichkeit von Microfaserschuhen können diese schnell und einfach gereinigt und wenn notwendig auch desinfiziert werden.

 

Sohle und Laufsohle

Die Sohlen von Berufs- und Sicherheitsschuhen unterscheiden sich meist durch die Verwendung von Mono- oder Zweischicht-Sohlen. Bei Mono-Sohlen ist die geschäumte, dämpfende Sohle zugleich auch die Laufsohle. Zweischicht-Sohlen besitzen eine geschäumte, dämpfungsaktive Zwischensohle und eine meist andersfarbige robuste Laufsohle. (Siehe Bilder). Grundsätzlich haben alle zertifizierten Berufs- & Sicherheitsschuhe den Nachweis einer vorhandenen Rutschhemmung (Gleitwiderstand) zu erbringen und geben im Fall eines "Falles" dem Mitarbeiter (Schuhträger) wie auch dem Arbeitgeber Rechtssicherheit gegenüber der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung). Geeignetes Schuhwerk bei Gebäudereinigern  wird von der BG in deren Publikationen gefordert! - dies gilt es stets zu beachten.

Mit "SRA" gekennzeichnete Schuhe wurden z.B. positiv getestet auf rutschigem Boden aus Keramikfliesen mit Natriumlaurylsulfatlösung (SLS). "SRB" gekennzeichnete Schuhe erfüllen die Rutschhemmung auf Stahlboden mit Glycerol als Gleitmittel. Sind Schuhe mit "SRC" gekennzeichnet erfüllen Sie beide der zuvor genannten Anforderungen (SRA & SRB).  Beim Kontakt mit Säuren oder aggressiven chemischen Bodenreinigern (z.B. Entfetter wie Kalium- oder Natriumhydroxid) sind langlebige Zweischicht-Sohlen die bessere Wahl, häufig reichen leichte Mono-PU-Sohlen bei den geforderten Ansprüchen ebenfalls aus. Neben der Verwendung von etablierten PU Materialien findet man in jüngster Vergangenheit auch die Materialbezeichnung EVA (Ethylen-Vinyl-Acetat). Dieses Material ist etwas leichter und mit entsprechenden Laufsohlen eine leichte Alternative. Die Standzeit von EVA Sohlen kann je nach Körpergewicht doch etwas geringer ausfallen.

Schuhe mit gebogenen Sohlen (Barfußtechnik) sind auf nassen Bodenflächen ungeeignet! Die Aufstandsfläche dieser Schuhe ist sehr gering, so daß ein sicheres Stehen und/oder Auftreten nicht gewährleistet ist. Bei nassen Böden neigen Schuhe mit geringer Aufstandsfläche zum schnellen Ausrutschen. Die größere Bauhöhe solcher Schuhe birgen zudem die Gefahr von Verletzungen durch Umknicken. Grundsätzlich sind Schuhe mit mäßiger Höhe und niedrigem Absatz  ratsam. Das Profil sollte so geschaffen sein, daß es leicht zu reinigen ist und  daß Verschmutzungen nicht unnötig herumgetragen werden. Eine ausreichende Fersendämpfung sind bei zertifizierten Berufs- und Sicherheitsschuhen standardmäßig immer enthalten.

 

Einlegesohlen

Dabei erhält die Bequemlichkeit der mitgelieferten Einlegesohle einen höheren Stellenwert als die Hygiene. Viele Gedanken über hygienisch möglichst einwandfreie Einlegesohlen wurden bisher gemacht, die Sinnhaftigkeit derer ist jedoch stets in Verbindung mit den getragenen Socken zu betrachten. Was nützt eine hygienische Einlegesohle, wenn unhygienische oder verschmutzte Socken getragen werden!? Einlegesohlen und deren Schuhe, welche die Nutzung von Arbeitsschuhen auf Dauer zur Qual machen, sind auf Dauer unbrauchbar! 

Bei einer notwendigen Verwendung von orthopädischen Einlegesohlen muss darauf geachtet werden, daß die vom Orthopädie-Schuhtechniker verwendeten Rohlinge passend zum Schuh zertifiziert sind und die zwingenden Eigenschaften der originalen Einlegesohle erfüllt. Bei der Verwendung von eigenen "Markenfremden" Einlegesohlen kann es passieren, daß die Bauhöhe den notwendigen ausreichenden Platz unter der Schutzkappe nicht mehr bietet. Dazu sollte man wissen, daß jede Schutzkappe bei Belastung gemäß der Prüfnorm nachgeben darf; - diese soll im Unglücksfall aber nicht die Zehen ein- oder abquetschen. Desweiteren ist damit zu rechnen, daß die elektrostatische Entladung bei "fremden" Einlagen nicht mehr in der geforderten Weise gewährleistet ist. Mehr zu orthopädischen Einlegesohlen lesen sie hier!

 

Innenfutter 

Schuhe sind in der Gebäudereinigung je nach Arbeitsplatz einer hohen Feuchtebelastung ausgesetzt. Diese wird durch Bodenreiniger oder anderen Reinigungsflüssigkeiten verursacht und durchfeuchten den Schuh von Außen wie von Innen. Für ein ordentliches Abtrocknen fehlt meist die Zeit oder die Vorhaltung eines Ersatzpaares. Moderne Innenfutter haben die Aufgabe die Feuchtigkeit zu absorbieren und vom Fuß nach außen zu transportieren. Bei der Verwendung eines atmungsaktiven Mikrofaserschaftes ist so ein schnelleres Trocknen des Schuhs möglich. Bei nassen Lederschuhen ist eine Abtrocknung dagegen zeitintensiv; -die Klebeverbindung zur Sohle wird zudem nachteilig beeinflusst. Am Fuß unterstützen regulierende Sportsocken (keine Baumwolle!!!) den Feuchtetransport und helfen ergänzend den Fuß trocken zu halten.

 

Empfehlung

Sika Bubble Step 50012   wasserverträglicher O2 Berufsschuh gem. EN ISO 20347,  mit hoher Stoßabsorption und hervorragender RutschhemmungSika Bubble Step 50012 wasserverträglicher O2 Berufsschuh gem. EN ISO 20347, mit hoher Stoßabsorption und hervorragender Rutschhemmung

Bei der Empfehlung eines Schuhs für den Beruf der Gebäudereiniger kommt man nicht an den Faktoren Feuchtigkeitsschutz und Rutschhemmung vorbei! - Ob eine Schutzkappe (z. B. S2 Sicherheitsschuh gem. EN 20345) zwingend notwenig ist, wird vom jeweiligen Einsatzort und den dort anzutreffenden Gefahren bestimmt. Berufsschuhe (z.B. O2 gem. EN 20347) besitzen keine Schutzkappe, bieten richtig gewählt aber als leichter und bequemer Halbschuh die im Gebäudereiniger-Handwerk notwendige Rutschhemmung für glatte, feuchte oder nasse Böden. Schaftmaterialien aus Mikrofaser gewährleisten eine höhere Standzeit als Modelle aus unbehandeltem Leder und sind unempfindlich gegenüber Nässe. - Ein idealer Schuh für den Gebäudereiniger stellt ein Berufsschuh aus Mikrofaser dar, welcher ausgestattet mit feuchtetransportierenden Innenfutter für ein angenehmes Schuhklima sorgt. Die notwendige Rutschhemmung und Stabilität der Laufsohle sollte abgestimmt werden auf den Einsatzort und den überwiegend anzutreffenden Bodenbeschaffenheiten. Bei den Laufsohlen ist zusätzlich auf eine mögliche Belastung durch chemische Reinigungsmittel zu achten! - Sollten Sie Bedenken haben, fragen Sie den Fachhandel oder nehmen Kontakt mit dem Hersteller auf. - Man hilft Ihnen gern.