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Schuhe im Pflegeberuf und Hospital (keine OP-Schuhe)

 

Grundlegendes zu Sicherheit und Gesundheit im Pflegeberuf

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Element im betrieblichen Arbeitsschutz. Sie ist die Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. (Quelle: BAuA) - Resümierend ist aus den Ergebnissen der Beurteilung auch der notwendige Fußschutz (Schutzklasse und ergänzende Eigenschaften von Berufs- oder Sicherheitsschuhen) zu bestimmen, zu dokumentieren und gemäß den Regeln und Richtlinien in die Praxis umzusetzen. Die Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen ist zudem zu Überprüfen.

Im Frühdienst sind bis zu 10 KM Laufstrecke auf den Stationsfluren eine Herausforderung!Im Frühdienst sind bis zu 10 KM Laufstrecke auf den Stationsfluren eine Herausforderung!

Grundsätzlich ist im Pflegeberuf neben der Sicherheit (Ausrutschen, Umknicken, stolpern, usw...) auch der Gesundheitsschutz (ergonomisches Bewegen, gerades Stehen, Nässe, Bakterien, usw...) der Mitarbeiter seitens des Arbeitgebers zu betrachten und präventiv zu berücksichtigen! (siehe auch die BG-Informationen zur Umsetzung der rechtlichen Vorgaben) Es ist leider zu beobachten, daß der Gesundheitsschutz in Bezug auf Arbeitsschuhe im Krankenhaus nicht die geforderte Umsetzung findet, wie es zum Beispiel bei der Beherrschung von Gefahren im Umgang mit Lebensmitteln der Fall ist. - Die Anforderungen an die Gefahrenminimierung (Hygieneanspruch) als Grundlage für die gleichbleibende Qualität eines Nahrungsmittels wird somit besser überwacht (HACCP, IFS) als die Sicherheit und Gesundheit von Mitarbeitern und Patienten im Krankenhaus. - wie lange noch?

 

Schaft

Nach den Kriterien der BGW ist der geeignete Schuh für den Pflegeberuf ein fester Halbschuh aus üblichem Schaftmaterial wie Leder, Textil oder Mikrofaser. Der Schaft des Schuhs soll für guten Sitz eine Spannweitenverstellung besitzen, vorn wie hinten geschlossen sein und vor Flüssigkeiten und Nässe schützen. (-falls mal was daneben geht!) Ein gutes Fußklima ist ebenso gewünscht. Durch Oberflächenbeschichtungen erfüllen z.B. zertifizierte O2 Berufsschuhe den Anspruch an bedingt wasserdichte Pflegeschuhe, wenn für den Arbeitsplatz benötigt oder gewünscht. Aufgrund der Wasserunempfindlichkeit von Schuhen mit Kunststoff- oder Mikrofaserschäften können diese nach Verunreinigungen schnell und einfach gereinigt und desinfiziert werden.

 

Sohle und Laufsohle

Die Sohlen von Pflegeschuhen (wir betrachten hier zertifizierte Berufsschuhe mit Rutschhemmungsnachweis) unterscheiden sich meist durch die Verwendung von Mono- oder Zweischicht-Sohlen. Bei Mono-Sohlen ist die geschäumte, dämpfende Sohle zugleich auch die Laufsohle. Zweischicht-Sohlen besitzen eine geschäumte, dämpfungsaktive Zwischensohle und eine oft andersfarbige robuste Laufsohle. (Siehe Bilder). Grundsätzlich haben alle zertifizierten Berufsschuhe den Nachweis einer vorhandenen Rutschhemmung (Gleitwiderstand) zu erbringen und geben im Fall eines "Falles" der Pflegekraft (Schuhträger) wie auch dem Arbeitgeber Rechtssicherheit gegenüber der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung). Die Wirksamkeit der Rutschhemmung z.B. beim Schuh im Pflegeberuf  wird von der BG in deren Publikationen gefordert! - dies gilt es stets zu beachten.

Mit "SRA" gekennzeichnete Schuhe wurden z.B. positiv getestet auf rutschigem Boden aus Keramikfliesen mit Natriumlaurylsulfatlösung (SLS). "SRB" gekennzeichnete Schuhe erfüllen die Rutschhemmung auf Stahlboden mit Glycerol als Gleitmittel. Sind Schuhe mit "SRC" gekennzeichnet erfüllen Sie beide der zuvor genannten Anforderungen (SRA & SRB).  Bei öfterem Kontakt mit Säuren oder aggressiven Bodenreinigern  sind langlebige ZweischicSIKA Bubble Move 50011 - Luftiger O1 Berufsschuh gem. EN ISO 20347, mit hoher Stoßabsorption und hervorragender RutschhemmungSIKA Bubble Move 50011 - Luftiger O1 Berufsschuh gem. EN ISO 20347, mit hoher Stoßabsorption und hervorragender Rutschhemmunght-Sohlen eine gute Wahl, häufig reichen leichte Mono-PU-Sohlen bei den geforderten Ansprüchen aber ebenfalls aus. Neben der Verwendung von etablierten PU Materialien findet man in jüngster Vergangenheit auch die Materialbezeichnung EVA (Ethylen-Vinyl-Acetat). Dieses Material ist etwas leichter und mit entsprechenden Laufsohlen eine leichte Alternative zur PU-Variante. Die Standzeit von EVA Sohlen kann je nach Körpergewicht etwas geringer ausfallen.

Schuhe mit gebogenen Sohlen (Barfußtechnik) sind auf nassen Bodenflächen ungeeignet! Die Aufstandsfläche dieser Schuhe ist sehr gering, so daß ein sicheres Stehen und/oder Auftreten nicht gewährleistet ist. Bei nassen Böden neigen Schuhe mit geringer Aufstandsfläche zum schnellen Ausrutschen. Die größere Bauhöhe solcher Schuhe birgen zudem die Gefahr von Verletzungen durch Umknicken. Grundsätzlich sind Schuhe mit mäßiger Höhe und niedrigem Absatz  ratsam. Das Profil sollte so geschaffen sein, daß es leicht zu reinigen ist und  daß Verschmutzungen nicht unnötig herumgetragen werden. Eine ausreichende Fersendämpfung sind bei zertifizierten Berufs- und Sicherheitsschuhen standardmäßig immer enthalten.

 

Einlegesohlen

Dabei erhält die Bequemlichkeit der mitgelieferten Einlegesohle einen höheren Stellenwert als die Hygiene. Viele Gedanken über hygienisch möglichst einwandfreie Einlegesohlen wurden bisher gemacht, die Sinnhaftigkeit derer ist jedoch stets in Verbindung mit den getragenen Socken zu betrachten. Was nützt eine hygienische Einlegesohle, wenn unhygienische oder verschmutzte Socken getragen werden!? Einlegesohlen und deren Schuhe, welche die Nutzung von Arbeitsschuhen auf Dauer zur Qual machen, sind auf Dauer unbrauchbar! 

Bei einer notwendigen Verwendung von orthopädischen Einlegesohlen muss darauf geachtet werden, daß die vom Orthopädie-Schuhtechniker verwendeten Rohlinge passend zum Berufsschuh nach DIN EN 20347 Schuh zertifiziert sind und die zwingenden Eigenschaften der originalen Einlegesohle erfüllen. Bei der Verwendung von eigenen "Markenfremden" Einlegesohlen kann es passieren, dass die elektrostatische Entladung nicht mehr in der geforderten Weise gewährleistet ist. Mehr zu orthopädischen Einlegesohlen lesen sie hier!

 

Innenfutter 

Schuhe im Pflegeberuf können je nach Arbeitsplatz einer hohen Feuchtebelastung ausgesetzt sein. Diese können durch Wasser (Dusch oder Badewasser) sowie in Einzelfällen auch durch Körperflüssigkeiten verursacht werden und den Schuh von außen wie von Innen durchfeuchten. Für ein ordentliches Abtrocknen fehlt meist die Zeit oder die Vorhaltung eines Ersatzpaares. Moderne Innenfutter haben die Aufgabe die Feuchtigkeit zu absorbieren und vom Fuß nach außen zu transportieren. Bei der Verwendung eines atmungsaktiven Mikrofaserschaftes ist so ein schnelles Trocknen des Schuhs möglich. Bei nassen Lederschuhen ist eine Abtrocknung zeitintensiv und die Klebeverbindung zur Sohle wird zudem nachteilig beeinflusst. (Schrumpfung des Leders beim Abtrocknen) Am Fuß unterstützen regulierende Sportsocken (keine Baumwolle!!!) den Feuchtetransport und helfen den Fuß trocken zu halten.

 

 

Empfehlung

SIKA Bubble Step 50012 - wasserverträglicher O2 Berufsschuh gem. EN ISO 20347, mit hoher Stoßabsorption und hervorragender RutschhemmungSIKA Bubble Step 50012 - wasserverträglicher O2 Berufsschuh gem. EN ISO 20347, mit hoher Stoßabsorption und hervorragender RutschhemmungBei der Empfehlung eines Schuhs für den Pflegeberuf kommt man nicht an den Kriterien der Berufsgenossenschaft für Gesundheit- und Wohlfahrtspflege (BGW) vorbei. Gefordert werden geschlossene Halbschuhe, welche ausreichend Standsicherheit gewährleisten, rutschhemmend wirken (Nachweis durch SRA / SRB / SRC) und in Verbindung mit den richtigen Socken ein gesundes und hygienisches Fußklima ermöglichen. Um der Feuchtigkeit (Schweiß oder Wasser) aus dem Schuh zu verhelfen ist die Verwendung von Funktionssocken fast schon Bedingung. Es hilft darauf zu achten, daß die Socken möglichst wenig oder besser keine Baumwolle enthalten. Die meisten Berufsschuhe besitzen bereits Innenfutter, welche die Feuchtigkeit weiter nach außen transportiert. Ein offenporiges Mikrofasergewebe als Schaftmaterial unterstützt den Gedanken des gesunden Fußklimas zudem noch besser als PU-beschichtetes Leder. Bedenke: Nässe und Feuchte entziehen dem Körper Wärme! Ein O2-Berufsschuh ist neben dem Nachweis der Rutschhemmung bedingt wasserdicht und beim Duschen von Patienten von großem Mehrwert. - Clogs jeglicher Art, oder auch Schuhe mit der sogenannten "Barfußtechnik" sind lt.BGW eh tabu!