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Lebensmittelindustrie (Regeln & Standards)

 

DGUV Regel 112-991 (BGR 191) - Benutzung von Fuß- und Knieschutz (Auszug)

Vorbemerkung

Der Unternehmer kann bei Beachtung der in Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz enthaltenen Empfehlungen, insbesondere den beispielhaften Lösungsmöglichkeiten, davon ausgehen, dass er damit geeignete Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren getroffen hat. Andere Lösungen sind möglich, wenn Sicherheit und Gesundheitsschutz in gleicher Weise gewährleistet sind. Sind zur Konkretisierung staatlicher Arbeitsschutzvorschriften von den dafür eingerichteten Ausschüssen technische Regeln ermittelt worden, sind diese vorrangig zu beachten.

Diese BG-Regel findet Anwendung auf die Auswahl, Bereitstellung und die Benutzung von Fußschutz, z. B. Sicherheitsschuhe, Schutzschuhe und Berufsschuhe, sowie auf Knieschutz Fußschutz zählt zu den persönlichen Schutzausrüstungen, die dazu bestimmt sind, Füße gegen äußere, schädigende Einwirkungen zu schützen und einen Schutz vor dem Ausrutschen zu bieten.

Sicherheitsschuhe (gem. DIN EN 20345) erfüllen die sicherheitstechnischen Anforderungen und sind mit Zehenkappe und Rutschhemmung ausgestattet. Sie tragen die Kurzbezeichnung SB, S1, S2, S3, S4, S5 (S = Safety / Sicherheit)

Berufsschuhe (gem. DIN EN 20347) erfüllen die sicherheitstechnischen Anforderungen und sind mindestens mit einer Rutschhemmung ausgestattet; - besitzen aber keine Schutzkappe. Sie tragen die Kurzbezeichnung OB, O1, O2, O3 (O = Occupational / Beruf)

 

DIN 10524

Lebensmittelhygiene - Arbeitsbekleidung in Lebensmittelbetrieben

Ziel der Norm ist die Vermeidung einer nachhaltigen Beeinflussung der Lebensmittel, die von unzweckmäßiger Arbeitskleidung ausgehen kann. Verwendung findende Schuhe müssen den Anforderungen der Berufsgenossenschaft entsprechen und auf jeden Fall über rutschfeste Sohlen verfügen.

 

EG 852/2004

Im Anhang der Verordnung 852/2004 über Lebensmittelhygiene wird für die Mitarbeiter, die mit Lebensmittel umgehen, saubere Arbeitskleidung und gegebenenfalls Schutzkleidung gefordert. ... Zur Arbeitskleidung für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zählen Hosen und Hemden/Jacken, Schuhe und Kopfbedeckung. ... In der Produktion sollte die Bekleidung jedoch in jedem Fall hell sein.

Arbeitshosen, Jacken und Schuhe sollten bequem zu tragen sein. .....Bei den Schuhen sind darüber hinaus je nach Arbeitsbereich unterschiedliche Funktionalitäten zu berücksichtigen. Wichtig ist in jedem Fall eine Rutschfeste Sohle, die Oberfläche des Schuh sollte wegen der häufigen Reinigungsarbeiten im Küchenbereich wasserabweisend sein.

 

IFS Food

Der IFS Food ist ein weltweiter Standard zur Auditierung von Lieferanten von Eigenmarken und anderen Lebensmittelbetrieben und bezieht sich nur auf die lebensmittelverarbeitenden Unternehmen oder auf Unternehmen, die lose Lebensmittel verpacken. Die Lebensmittelsicherheit sowie die Qualität der Verfahren und Produkte werden Schwerpunktmäßig betrachtet.

Im Rahmen der Auditierung nach dem IFS Food-Standard überprüft der Auditor im 12 Monats-Rythmus, ob die verschiedenen Bestandteile des Qualitätsmanagement- und und Lebensmittelsicherheitssystems des Unternehmens dokumentiert, umgesetzt, eingehalten und laufend verbessert werden. Definierte Anforderungen des IFS Food Standard sind z. B die Überwachung der CCP`s (HACCP) und die der Personalhygiene. Siehe auch unter Punkt HACCP weiter unten.

Grundsätzlich gilt, daß die Vorgaben zur Personalhygiene von den betroffenen Mitarbeitern, Dienstleistern und betriebsfremden Personen beachtet und angewandt werden muss. Vorgaben gelten auch für das Tragen, Wechseln und Reinigen von Schutzkleidung, abhängig von den Prozess- und Produktanforderungen.

Wo die Gefahrenanalyse und Bewertung der damit zusammenhängenden Risiken die Notwendigkeit zeigt, sind Reinigungsvorrichtungen für Stiefel, Schuhe und weitere Schutzkleidung vorhanden und werden genutzt.

 

HACCP (auch Teil des IFS Food)

Seit 01.01.2006 müssen alle Lebensmittelunternehmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung ihre HACCP-Dokumentation vorlegen können. Eigenkontrollsystem-HACCP-Konzept: Ein System, das Gefahren, die für die Lebensmittelsicherheit signifikant sind, identifiziert, bewertet, erfaßt und beherrscht.

  • H azard     =   Gefährdung, Gefahr für die Gesundheit
  • A nalysis   =    Analyse, Untersuchung der Gefährdung
  • C ritical     =    Kritisch, entscheidend für die Beherrschung
  • C ontrol    =    Lenkung, Überwachung der Bedingungen
  • P oints      =    Punktstelle im Verfahrensverlauf

Bei Herstellung, Behandlung, Verarbeitung, Transport, Lagerung und Verkauf von Lebensmittel sind Einflüsse auszuschalten, die eine Erkrankung des Menschen nach Verzehr eines Lebensmittel erwarten lassen. Unternehmensmitarbeiter, die für die Anwendung des HACCP-Systems zuständig sind, werden in allen Fragen der HACCP-Grundsätze geschult.

Forderungen nach einem HACCP ergänzendem TACCP (Threat Assessment Critical Control Point - System) gibt es bereits. Dies betrachtet die Beherrschung von Risiken und Gefahren böswilliger Angriffe.( z.B. vorsätzliche Verunreinigung von Lebensmittel durch Dritte.)