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Informationen zum Thema

Grundlage zur Orientierung stellen die jeweiligen Gesetze, Regeln, sowie die Informationen der DGUV und BG dar.

DGUV Regel 112-991 (BGR 191)

Benutzung von Fuß- und Knieschutz

Diese BG-Regel findet Anwendung auf die Auswahl, Bereitstellung und die Benutzung von Fußschutz, z. B. Sicherheitsschuhe, Schutzschuhe und Berufsschuhe, sowie auf Knieschutz

 

BGR 191
4.2.2 Orthopädischer Fußschutz

Bei orthopädischem Fußschutz ist zu unterscheiden, ob es sich um

  • die handwerkliche Herstellung   eines neuen Schuhes oder...
  • die orthopädische Änderung (Zurichtung) eines industriell gefertigten Schuhes handelt.


4.2.2.1 Vorgehensweise für die Herstellung und Zurichtung von orthopädischen Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhen

Der Schuhhersteller konzipiert eine Herstelleranweisung (Fertigungsanweisung) und fertigt danach für das Baumusterprüfverfahren Prototypen orthopädischen Fußschutzes. Diese Schuhe werden mit allen erforderlichen Unterlagen (z.B. technische Dokumentation, Materialbeschreibung
und Herstellerinformation) von einer akkreditierten und notifizierten Prüfstelle auf Übereinstimmung mit der Achten Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (8. GPSGV) geprüft (Baumusterprüfung).
Die Fertigungsanweisung ist zwingend einzuhalten; sie enthält neben verfahrenstechnischen Anweisungen auch Materialvorgaben für die Schuhherstellung. Nach Erteilung der EG-Baumusterprüfbescheinigung durch eine notifizierte Stelle kann mit der Erlaubnis des Schuhherstellers jeder einschlägig orthopädisch qualifizierte Hersteller den orthopädischen Fußschutz individuell herstellen oder zurichten sofern er entsprechend der Fertigungsanweisung arbeitet. Mit der CE-Kennzeichnung erklärt er abschließend eigenverantwortlich, dass der Schuh auf der Grundlage des Prüfmusters gefertigt wurde. Der Schuh wird darüber hinaus
entsprechend der Norm gekennzeichnet und die Herstellerinformation wird beigefügt. (Quelle: BGR 191)

 

Deutsche Rentenversicherung

Antragsunterlagen für orthopädische Arbeitssicherheitsschuhe und/oder deren Zurichtung erhalten Sie bei der Deutschen Rentenversicherung, bei den gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation oder zum Ausdrucken im Internet z.B. unter www.deutsche-rentenversicherung-rheinland.de

 

Für die erstmalige Antragstellung sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Antrag auf Leistungen zur Teilhabe (Formular G0100)
  • Anlage zum Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben-Kostenübernahme für Hilfsmittel, die behinderungsbedingt zur Berufsausübung erforderlich sind (Formular G0133),
  • Notwendigkeitsbescheinigung Ihres Arbeitgebers zum Tragen von Arbeitssicherheitsschuhen oder Arbeitsschuhen (Formular G0134)
  • ärztliche Verordnung mit Begründung (Diagnose) ihres orthopädischen oder chirurgischen Facharztes, warum das Tragen orthopädischer Arbeitssicherheitsschuhe oder Arbeitsschuhe – gegebenenfalls mit individuell gefertigten orthopädischen Einlagen – erforderlich ist, die aufgrund der gesundheitlichen Erfordernisse über die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers hinausgehen,
  • Auskunft eines Orthopädie-Schuhmachers (Formular Gb13-3) mit Kostenvoranschlag.

Die Vorlage eines Kostenvoranschlages ist nicht notwendig, wenn der Orthopädie-Schuhmacher im Formular Gb13-3 „Hinweise und Fragen an Orthopädie-Schuhmacher“ unter Ziffer 2 bestätigt, dass ein industriell hergestellter Arbeitssicherheitsschuh oder Arbeitsschuh die erforderliche orthopädische Versorgung sicherstellt.

orthopädische Einlegesohlen bei Berufs- & Sicherheitsschuhen - wie geht das?

 

Individuell und Zertifiziert

Sie tragen zertifizierte Schuhe z. B. von Abeba und benötigen eine individuell angepasste orthopädische oder sensostatische Einlage?   

ORTHOstat nennt sich die individuelle orthopädische Einlagen nach EN ISO 20347:2012 und 20345:2011 von ABEBA. Die 2007 geänderte BG-Regel 191 besagt, dass bei jeder orthopädischen Anpassung geprüft werden muss, ob die Schuhe weiterhin den Anforderungen der Norm EN ISO 20347 bzw. EN ISO 20345 entsprechen.

In enger Zusammen­arbeit hat Abeba mit dem orthopädischen Fachbetrieb "Doppler" aus Saarbrücken  eine Einlage entwickelt, die sich individuell anpassen lässt und den geforderten Eigenschaften eines Berufs- oder Sicherheitsschuhs nach Norm entspricht.  (www.doppler-online.com) - Neben Lösungen aus dem Hause Abeba gibt es auf dem Markt auch unabhängige Dritt-Anbieter wie z.B. die Firma Matthias Hartmann aus Dillenburg, mit ihrem Produkt Secosol. Auch diese sind zertifiziert für Abeba Berufs- und Sicherheitsschuhe.

Die Normen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) stellen eine Gewährleistung für Ihren Schutz bei der Arbeit dar. Eine Verletzung der Norm geschieht, wenn Sie z. B. eine Fremdeinlage in zertifizierte Berufs- oder Sicherheitsschuhe einlegen. Folglich kann die Zertifizierung erlöschen und der Versicherungsschutz bzw. die Haftung geht an die verantwortlichen Entscheider (Träger, Entscheider oder Geschäftsführung) über.

Jeder orthopädische Schuhmacherbetrieb kann die notwendigen Materialien (Einlagenrohling & Unterlizenz) bei der Firma Doppler erhalten und damit vor Ort dem Träger eine individuelle Einlage für Abeba Schuhe zurichten. Dazu bedarf es nur der Kontaktaufnahme des Zurichters mit dem Unternehmen Doppler im Saarland. Alternativ bietet seit kurzem auch das Unternehmen Hartmann (www.hartmann-os.com) eine solche vergleichbare Lösung an. (s.o.)

 

Warum brauchen wir eine orthopädische oder sensostatische Einlegesohle bei Berufs- oder Sicherheitsschuhen?

Zwischen Kopf und Fuß liegen viele Gelenke, die Sie täglich bei Ihrer Bewegung benötigen. Einige davon können im Laufe Ihres Lebens Probleme bereiten. Oftmals ist es „nur” eine Fehlstellung des Fußes, die den statischen Aufbau Ihres Körpers aus dem Lot bringt. Durch das Tragen von orthopädischen Einlagen nehmen Sie direkten Einfluss auf Ihr Wohl­­­befinden, Ihre Knie, Hüfte und Ihren Rücken. Sie lindern dadurch bestehende Schmerzen bzw. verhindern deren Entstehung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...und wer kommt dafür auf?

Auszug aus der DGUV Regel 112-191 (BGR 191)   (Seiten  54-61)

 

Übersicht über die Regelungen der Kostenübernahme für orthopädischen Fußschutz

Benötigt der Versicherte orthopädische Schuhe, so müssen auch die am Arbeitsplatz für ihn erforderlichen Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhe orthopädisch gestaltet sein und die erforderlichen Schutzausrüstungen besitzen. Da derartige Schuhe dem jeweiligen Benutzer individuell angepasst werden müssen (Einzelanfertigungen), entstehen z.B. gegenüber üblichen Sicherheitsschuhen erhöhte Kosten, die vom Unternehmer nicht allein übernommen werden müssen. In der nachfolgenden Übersicht über die Regelung der Kostenübernahme für orthopädischen Fußschutz sind die Voraussetzungen für die Kostenübernahme und die jeweils gültigen Rechtsgrundlagen für verschiedene Kostenträger zusammengestellt. Wichtig ist, dass der Versicherte auf das Tragen von Sicherheits-, Schutz- oder Berufsschuhe angewiesen ist.


Orthopädischer Fußschutz ist leistungsrechtlich dem Bereich der beruflichen Rehabilitation zuzuordnen. Die Kosten werden von den Trägern der beruflichen Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen
am Arbeitsleben, nämlich den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung, den Trägern der gesetzlichen Rentenversicherung, der Bundesagentur für Arbeit, den Trägern der Kriegsopferversorgung und Kriegsopferfürsorge, den Integrationsämtern – in ihrer Eigenschaft als Träger der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben nach dem Schwerbehindertenrecht – sowie von den Trägern der Sozialhilfe übernommen. Die Träger der beruflichen Rehabilitation lassen sich in der Regel von den Arbeitgebern den Anteil ersetzen, der z.B. auf normale Sicherheitsschuhe (entsprechend z.B. DIN EN ISO 20345) oder Schutzschuhe (entsprechend z.B. der DIN EN ISO 20346) entfallen würde. Diese Regelung gilt sowohl für die Erst- als auch für die Ersatzbeschaffungen. Ein Zeitraum, nach dem frühestens nach der Erstbeschaffung die Leistung für ein neues Paar Schuhe übernommen wird, ist von den Kostenträgern nicht mehr festgelegt; die Leistungen
werden nach Bedarf erbracht. Vereinbarungsgemäß (Gesamtvereinbarung über die Beteiligung der Bundesanstalt für Arbeit bei beruflicher Rehabilitation vom 1. April 1977) veranlasst der jeweilige Rehabilitationsträger die Beteiligung der für den Wohnort des Behinderten zuständigen Arbeitsagentur, wenn erkennbar ist, dass eine berufsfördernde Maßnahme zur Rehabilitation erforderlich ist.

 

Zuständig sind lt. DGUV 112-191 (BGR 191) folgende Leistungsträger:

1. Gesetzliche Unfallversicherungsträger

2. Träger der Kriegsopferversorgung und -fürsorge

3. Gesetzliche Rentenversicherung (Näheres hierzu siehe linke Infospalte)

4. Bundesagentur für Arbeit

5. Träger der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben

6. Träger der Sozialhilfe