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Informationen zum Thema

Grundlage zur Orientierung stellen die jeweiligen Gesetze, Regeln, sowie die Informationen der DGUV und BG dar.

DGUV Regel 112-991 (BGR 191)

 

4.1 Ergonomische Aspekte

4.1.2 Fußgerechter Schuhleisten

Länge und Breite des Fußes sagen noch nichts über seine Form aus. Die Leisten weichen in ihrer Form von Hersteller zu Hersteller mehr oder weniger voneinander ab. Deshalb ist zur Ergänzung des Maßsystems diejenige Leistenform als Grundleisten zu finden, die einen möglichst großen Teil der individuellen Fußformen abdeckt. Grundlage für einen gut passenden Schuh ist der feste Halt des Fußes im Ballen- und Fersenbereich (Kugelferse). Im Vorschuh, also unter der Zehenkappe, müssen die Zehen ausreichend Platz für eine ungehinderte Beweglichkeit finden. Neben der Optimierung des Brandsohlenumrisses ist auch eine anatomisch richtige Gestaltung der Aufstandsfläche des Fußes zu berücksichtigen

 

Schuhgröße, Weite und Breite

Schuhgröße, Weite und Breite

Schuhgröße (Fußlänge):

Die Fußlänge ist das Maß, welches am häufigsten zur Bestimmung der Schuhgröße herangezogen wird. Beim Abrollen (Schrittabwicklung) des Fußes verlängert sich die statische Länge des Fußes  um einige Millimeter. Diese „Zugabe“ ist bei der Schuhgrößenbestimmung stets zu berücksichtigen.  15 Millimeter als Zugabe sind bei erwachsenen Menschen als Orientierung häufig passend. Es gilt zudem zu beachten, daß hohe oder flache Absätze auf die Abroll-Länge zudem unterschiedlich Einfluss nehmen.

Die Schuhgröße ergibt sich folgendermaßen:  

europäische Schuhgröße = Innenlänge in cm × 1,5

Schuhgröße (EU) ≈ (Fußlänge in cm + 1,5cm Zugabe) × 1,5

„Das kontinentaleuropäische System (deutsches, italienisches, französisches System) gibt die Innen- oder die Leistenlänge in Pariser Stich (⅔ cm = 6,67 mm) an. Da das System nicht genormt ist, weichen die Größenangaben bei verschiedenen Herstellern und Schuhtypen oft voneinander ab. Es werden unterschiedliche Zugaben als auch unterschiedliche Bezugsgrößen (Leistenlänge statt Innenlänge), mitunter auch unterschiedliche Schrittweiten zwischen den Größen (beispielsweise 5 mm statt 6,67 mm) verwendet. Gelegentlich unterscheiden sich selbst die Größenangaben für Länder, die beide das kontinentaleuropäische System verwenden (beispielsweise Frankreich und Deutschland).“ (Quelle: Wikipedia)

 

Weite und Breite (Vorderfuß):

Die Fußlänge/Schuhgröße allein reicht nicht aus um einen bestmöglich passenden Schuh zu bestimmen. Ergänzend dazu informieren Weite und Breite über den Raumbedarf des Vorderfußes im Schuh. Auf unterschiedliche Fersenweiten wird in diesem Kapitel nicht gesondert eingegangen.

Breite

Die Breite entspricht im Mondopoint-System der tatsächlichen Breite als 2-Dimensionale Strecke (Draufsicht) an der breitesten Stelle des Fußes in Millimetern. Die Form des Fußes, wie die Höhe im Vorderfußbereich, wird dabei nicht berücksichtigt. (Allein betrachtet ist die Breitenbestimmung nur bedingt aussagefähig)

 

Weite

Zur Bestimmung der Weite wird der Umfang des Vorderfußes an der „Ballenlinie“, in cm gemessen. Der Umfang der Ballenlinie ist ein Maßbandverlauf, der vom kleinen Zeh über den Ballen des Großzehen zurück zum kleinen Zeh verläuft. - Gemessen wird bei normaler Belastung im Stehen und ohne Socken. Das gemessene Maß ist immer nur eine Orientierungsgröße für die Schuhweitenbestimmung, - denn Umfang und Form A ist nicht gleich Umfang und Form B!

Der gemessene Ballenlinien-Umfang in Zentimetern kann mit gleicher Länge bestimmt sein bei einem schmalen Fuß mit hohem Rist, oder bei einem breiten Fuß mit flachem Rist!  Durch manche Ristverstellung von Schuhen (Schnürung, Klettverschlüsse, …) sind Schuhweiten dahingehend +/- veränderbar und somit die Angaben nicht immer eine verlässliche Kenngröße. In Matrixform können gängige Weitentabellen als Orientierung zur Weitenbestimmung herangezogen werden. Ein weiteres Kriterium zur Betrachtung der Weitenbestimmung ist zudem die Unbekannte, daß sich im Laufe des Tages bei jedem Menschen die Füße unterschiedlich ausdehnen und mehr Platz benötigen. (die Weitenbestimmung ist somit eingeschränkt aussagefähig)

 

Wie reagieren Hersteller auf den Bedarf?

Um eine höhere Kundenzufriedenheit zu erhalten verwenden manche Hersteller eine Leistenform und erbringen ein „Mehrweitensystem“ durch unterschiedliche Einlegesohlen. Diese Betrachtung ist für den Hersteller am wirtschaftlichsten.

Andere Hersteller verwenden eine Leistenform in  unterschiedlichen Maßstäben (Gradierungen), mit jeweils diversen Weiten und evtl. ergänzt auch durch unterschiedliche Einlegesohlen. Diese Betrachtung ist wirtschaftlich kostenintensiver, hat man doch für sein Produktsortiment zusätzliche „weitere“ Leisten, als Größensätze vorzuhalten.   

Nur wenige Hersteller verwenden  für die jeweiligen Produktserien Serien unterschiedliche Leistenformen mit abweichenden Weiten und Formen. So können Sortimente und Produkte harmonisch und unterschiedlich weit und breit ausfallen. Ergänzt mit einem zusätzlichen Mehrweitensystem pro Produktserie, wie die zuvor genannten unterschiedlich starken Einlegesohlen, kann so die größte Bandbreite abgedeckt werden.

 

Die richtige Wahl des Schuhs

Hat man die Schuhgröße bestimmt, sollte stets eine objektive Passprobe am Schuh durchgeführt werden! Da es keine Norm für Schuhgrößen gibt, kann auch eine Größe größer als bisher die richtige Wahl sein! Besonders bei Sicherheitsschuhen mit Schutzkappe ist auf eine ausreichende Größe und Weite zu achten!

Ein Schuh sollte ebenso zur Weite und zum individuellen anschwellenden des Fußes passen. Ein gut sitzender Schürschuh (wie auch von den Berufsgenossenschaften gefordert) bietet zudem eine ausreichende Bandbreite der Ristverstellung  (Weitenverstellung), um sich an die individuellen Gegebenheiten über den ganzen Arbeitstag anzupassen. Weiten- und Breitemaße können bei der Passformwahl helfen. Moderne Schuhhersteller bieten heutzutage ausreichende unterschiedliche Modelle und Passformen an. Sollte es nicht passen sind unterschiedlich hohe Einlegesohlen ein probates Mittel, kann man damit doch im Bereich der Ballenlinie den Innenumfang des Schuhs verringern. Dies hilft wenn die Schnürung am Schuh mal nicht ausreicht.

Mein Tipp: - Beim Neukauf immer anprobieren, am besten abends!